Die häufigsten Fehler bei BARF



1) Mageres Fleisch
In der BARF-Ernährung ist Fett der Haupt-Energielieferant. Fett ist für Hunde die natürlichste und effizienteste Energiequelle. Man sollte also auf eine ausreichend hohe Fettmenge im Futter achten. Der Fettanteil im Fleisch soll zwischen 15 und 25% liegen. Je nach Anamnese des einzelnen Hundes kann der Fettgehalt variieren.
Füttert man dauerhaft zu wenig Fett, so kommt es mit der Zeit zu einer Belastung von Leber und Nieren.

2) Gekochte Knochen
Die Knochen werden durch das Kochen spröde und können splittern. Dies kann lebensgefährlich werden.
Knochen werden immer roh gefüttert und müssen auch immer ersetzt werden falls der Hund sie nicht verträgt oder man sie in der BARF-Fütterung nicht einsetzen möchte.

3) Unausgewogene Fütterung
Die BARF-Ernährung sollte nach dem Beutetierprinzip funktionieren, das heißt dass die Zusammenstellung sich an dem Aufbau eines Beutetiers orientiert. Auf diese Weise ist die Ernährung ausgeglichen. Man sollte zum Beispiel keinesfalls einfach auf Innereien oder Knochen verzichten, da es ansonsten zu gefährlichen Mangelerscheinungen kommen kann.
Auch sollte das Gemüse- und Fleischangebot abwechslungsreich sein.

4) Rohes Schweinefleisch
Rohes Schweinefleisch, vor allem Wildschwein, kann das Aujeszky-Virus enthalten, welches für unsere Hunde lebensgefährlich sein kann! Ausreichend gekochtes Schweinefleisch kann bedenkenlos gefüttert werden.

5) Schilddrüsengewebe
Die im Schilddrüsengewebe enthaltenen Hormone können beim Hund eine Schilddrüsenüberfunktion provozieren. Daher sollte man das Füttern von Kehlkopf und Kopffleisch-Mixen vermeiden.
In den Hühner- und Putenhälsen ist kein Schilddrüsengewebe enthalten.

6) Oxalsäurehaltige Lebensmittel
Lebensmittel, welche Oxalsäure enthalten, wie zum Beispiel Mangold, Spinat, Grünkohl, Amaranth, Rhabarber, sollten nur in Maβen gefüttert werden.

7) Thiaminase
Thiaminasehaltige Fische, wie zum Beispiel Kabeljau, Seelachs, Karpfen, Thunfisch, Hering, Wels, Zander sollten nur in geringen Mengen verfüttert werden, da Thiaminase Vitamin B vernichtet. Allerdings wird Thiaminase durch Erhitzen zerstört.

8) Giftige Lebensmittel
Kennen und vermeiden: Auberginen, Avocados, Bambussprossen (unreif), Bittermandeln, Eicheln, Gartenbohnen (roh), Holunderbeeren (roh), Hülsenfrüchte (roh), Kaffee, Kakao, Kartoffeln (roh), Macadamianüsse, Muskatnuss, Obstkerne, Paprika (grün und gelb), Quitten, Rosinen, Tomaten (unreif), Walnüsse (unreif), Weintrauben, Xylit (Süßstoff), Medikamente aus dem Humanbereich

9) Auftauen des Fleisches
Das Fleisch sollte nie in einer Vakuumverpackung aufgetaut werden, da dies ideale Vermehrungsbedingungen für das Bakterium Clostridium botulinum darstellt. Diese Bakterien sind für Hunde lebensgefährlich. Das Fleisch sollte daher immer aus der Verpackung genommen und umgefüllt werden. Idealerweise im Kühlschrank auftauen.

10) Dosierung und Vielfalt der Ergänzungsfuttermittel
Es gibt ein riesen Angebot an Zusätzen, welche, wenn man auf der Packung liest, unbedingt der BARF-Ration zugefügt werden müssen. Hier ist jedoch absolute Vorsicht geboten, besonders bei den Zusatzmischungen! Es besteht die Gefahr von Überdosierungen!
Weniger ist mehr! Wichtige und sinnvolle Zusätze sind Seealgen als Jodlieferant, ein gutes Fischöl mit Vitamin E als Antioxidans (hoher Prozentsatz an Omega-3-Fettsäuren) und Lebertran als Vitamin D Lieferant (falls kein Fisch gefüttert wird). Die Quantität dieser Zusätze muss natürlich für jeden Hund genau berechnet werden.

11) Umstellung auf BARF
Bei der Umstellung von Trockenfutter auf BARF sollte man behutsam vorgehen. Beim vorherigen Trockenfutter musste der Hund einen Großteil seiner Energie aus Kohlenhydraten gewinnen. Bei der BARF-Ernährung erhält er seine Energie hauptsächlich aus Fett. Die Verdauung muss sich langsam an die natürliche, jedoch für sie neue Fütterung gewöhnen. Bei zu schneller Umstellung riskiert man Durchfall und Verstopfung und im schlimmsten Fall eine Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung).


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